Schwedens inoffizielles Wappentier ist zweifellos der Elch. Der >König des Waldes< ist ein scheues Wesen, und obwohl hunderttausende Exemplare in Schwedens Wäldern von Skáne bis Lappland leben, begegnet man dem Großwild mit dem Schaufelgeweih nur selten – schließlich ist der Elch perfekt an das heimliche Leben im Wald angepasst.
Tagsüber ruhen die Tiere meist versteckt im Unterholz des Waldes. Erst in der Dämmerung geht es auf Tour: Am Waldrand und auf Lichtungen äsen sie das Laub der Bäume. Bei Ihrer Größe fällt es ihnen nicht schwer, auch die oberen Äste zu erreichen. Ein ausgewachsener Elch ist etwa so groß wie ein Pferd und wiegt bis zu einer halben Tonne. Die Bullen tragen ein prächtiges Schaufelgeweih. Trotz dieses Gewichts traben Elche – ausgestattet mit breiten Klauen an den Hufen und einem elastisch tänzelnden Gang – locker über Schwingböden und Moore.
Selbst eine hohe Schneedecke setzt ihrem Fortkommen kein Hindernis. Weil sie mit ihrem Appetit im Wald erheblichen Schaden anrichten und anders als ihre natürlichen Feinde Luchs und Wolf nicht gerade selten sind, werden alljährlich knapp 100 000 Tiere zum Abschuss freigegeben. Von Smáland bis Norbotten ist die Elchjagd ein schwedisches Herbstritual. Aber auch Versuche, Elche in Gefangenschaft zu züchten, sind erfolgreich – sogar Elchkäse wurde schon produziert. So hat, wer in freier Wildbahn kein Glück bei der Pirsch auf den >König des Waldes< hatte, Gelegenheit, Elche in Gehegen zu sehen.
Eine weniger schöne Begegnung ist für Autofahrer übrigens eine andere Art von >Elchtest<. Immer wieder fordern Kollisionen von Elch und Auto Todesopfer – auf beiden Seiten. Deshalb sollte man in der Dämmerung immer besonders vorsichtig fahren und zum Bremsen bereit sein, wenn der >König des Waldes< die Fahrbahn betritt.
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