Island - eine Insel zum Entspannen, aber nicht zum Faulenzen.

Das Myvatn Nature Bath in der Nähe von Akureyri lädt zum entspannen ein

Wenn sie den Namen Island hören, denken in Mitteleuropa lebende Menschen besonders an die Naturschönheiten dieses Inselstaates. Erstaunlich ist, dass nach einer Umfrage ein wesentlicher Teil der befragten die Schönheit der Landschaft herausstellte und zu ihren Elementen die Seen, Wasserfälle, Fjorde und Einöden zählte, aber die Vulkane blieben meist unerwähnt, obgleich die Insel ihnen ihre Existenz verdankt. 

Das Besondere an Island ist, dass ein großer Teil der Insel wegen der für den Menschen lebensfeindlichen Bedingungen in nahezu unberührtem Zustand blieb. Für denjenigen, der das Wirken der Kräfte kennen lernen möchte, die eine Landschaft gestalten und gestaltet haben, herrschen auf Island geradezu paradiesische Verhältnisse. Wer dies erleben möchte, muss jedoch hinaus ins Land. Nur wenige Kilometer von den Siedlungen oder Ortschaften entfernt sieht sich der Besucher unmittelbar mit dem Wirken der Naturkräfte konfrontiert, oft nur durch die zivilisatorische Schutzhülle eines Kraftfahrzeuges von ihnen getrennt. 

Die ungewöhnlichen Formen der isländischen Landschaft machen neugierig, ihre Entstehung zu erfahren. Beim Anblick eines springenden Geysirs fragt man sich erstaunt, wie es zu einem solchen Ausbruch kommt. Da viele Formen nicht von einer verhüllenden Vegetation verdeckt sind, kann jeder, der ein wenig im Beobachten geübt ist, das Wirken der gestaltenden Kräfte erkennen und verstehen. 

Fließstrukturen auf einem Lavastrom weisen darauf in, dass er sich einst als Schmelze vorwärts bewegt hat. Frische Wände in Flusstälern oder an der Küste lassen in das Innere eines Vulkans schauen. Eingekippte Gesteinsschollen und manchmal frisch aufgerissene Spalten zeigen an, dass in einzelnen Landschaften der Untergrund in Bewegung war und ist. Dampfende Quellen lassen erkennen, dass zur tiefe hin die Wärme rasch zunimmt. Reißende Flüsse sind im Begriff, sich tief in den Untergrund einzuschneiden. Das Meer verändert die Küstenlinie, rundet eckige Blöcke zu und schleift den Felsgrund ab. Gletscher führen gewaltige Schuttmassen mit sich und glätten den Untergrund. 

In Island ist eine Vielzahl von Prozessen am Werke, die mit großer Vehemenz seine Oberfläche oder sein Antlitz formen und verändert haben. Die isländische Landschaft ist nicht idyllisch und bietet kein Bild ländlicher Beschaulichkeit, sonder sie ist dramatisch, abwechslungsreich, jung und daher rau und nicht, wie eine alte Landschaft, mit glatten, weitauslandenden, ebenen Formen. 

 Vom Besucher, der sich diese Umgebung erschließen will, ist Wachsamkeit in jeder Hinsicht erfordert. Wachsamkeit gegenüber Gefahren, Wachsamkeit in der Beobachtung. Die Entlohnung ist bei gutem Wetter ein ungeahnter Weitblick in einer jugendlichen und auch schönen Landschaft mit außerordentlichen und raschen Licht- und Farbwechseln. Bisweilen führt auch Nebel zu einer dämonischen Verschleierung und regt die Phantasie an. 

Wer denkt dann noch beim dem Anblick der großartigen Wasserfälle oder bei der Erwartung eines Geysirausbruchs oder bei der Betrachtung eines Vogelfelsens oder auf einer Wanderung durch die Fjorde des Nordens an die Anforderungen des heimatlichen Alltags? Er wird sie vergessen und zur Ruhe kommen. 

 

 © Dumont Reiseverlag 

DuMont - Man sieht nur, was man weiß...

 ... Unter diesem Motto startete DuMont 1968 eine erste ambitionierte Reiseführerreihe. Seither gilt DuMont als Verlag, der Reiseführer von besonderer Qualität produziert. Individualität, Weltoffenheit und die „Aura der Kultiviertheit" prägen das Image der Reiseliteratur von DuMont.

 

 

Wir empfehlen die Reiseführer Finnland, Schweden, Norwegen und Island "Richtig Reisen" von Dumont

 

 

Dumont